Intuitiv essen: Diese 5 Glaubenssätze hindern dich daran, deinem Bauchgefühl zu folgen

Träumst du auch davon, einfach intuitiv essen zu können? Einfach deinem Bauchgefühl zu vertrauen und ganz automatisch die für dich passenden gesunden Lebensmittel auszuwählen? Ohne schlechtes Gewissen auch mal Süßigkeiten zu naschen? Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Ayurveda wird die Diättipps und Abnehmtricks, die du bisher von Frauenzeitschriften und Ratgebern über gesunde Ernährung und Abnehmen gelernt hast, auf den Kopf stellen. In diesem Blog-Artikel teile ich mit dir den ersten und wichtigsten Schritt auf deinem Weg in die intuitive Ernährung: Werfe diese 5 Glaubenssätze über Ernährung über Bord, die dich daran hindern, die richtigen Ernährungsentscheidungen für dich zu treffen.

1. „Kohlenhydrate und Fett sind böse. Ich brauche viel Eiweiß!“

(Low Carb, High Protein)

Du denkst also immer noch in Makro-Nährstoffen? Im Ayurveda werden Lebensmittel nicht in Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße eingeteilt. Es gibt verschiedene Lebensmittelgruppen (Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Milchprodukte, Fisch und Fleisch, Öle etc.) und jedes einzelne Lebensmittel hat bestimmte Eigenschaften, seinen eigenen Geschmack und damit eine spezifische Wirkung auf Körper und Geist. So können Lebensmittel aus der gleichen Lebensmittelgruppe zum Beispiel völlig verschiedene Wirkungen haben. Ein Beispiel: Dinkel und Hirse sind beide Getreide. Dinkel ist jedoch nass und schwer, erhöht Kapha und besänftigt Vata und Pitta. Hirse hingegen ist leicht und trocken und reduziert Kapha, kann aber Vata und Pitta erhöhen. Genauso ist es mit Ölen, mit Gemüse, mit Obst, mit Hülsenfrüchten usw.

Wenn du also weißt, welche Wirkung welches Lebensmittel auf deinen Körper hat, kannst du gezielt auswählen. Darüber hinaus vermeidest du Heißhungerattacken, die gerne entstehen, wenn du bestimmte Lebensmittelgruppen in deiner Ernährung zu stark reduzierst oder sogar ausschließt.

Die Sache mit dem Eiweiß ist die: Aus ayurvedischer Sicht ist Eiweiß relativ schwer verdaulich. Vor allem tierisches Eiweiß solltest du mit bestimmten anderen Lebensmitteln nicht kombinieren, um dein Verdauungsfeuer nicht zu überlasten. Denn was nützt es dir, wenn du dich sehr eiweißreich ernährst, aber deine Verdauung und dein Stoffwechsel darunter leiden?

2. „Essen mit wenig Kalorien ist gut, Essen mit viel Kalorien ist schlecht.“

(Kalorienzählen)

Du zählst also Kalorien? Vielleicht wiegst du dein Essen sogar ab und tippst alles grammgenau in deine App ein? Stop it. Im Ayurveda spielen Kalorien keine Rolle. Und es gibt keine per se guten oder schlechten Lebensmittel. Jedes Lebensmittel kann – je nach Situation und auch Art der Zubereitung – Heilmittel oder Gift sein. Du stellst dein Essen so zusammen, dass es Körper, Geist und Seele nährt. Du gibst dir das, was du gerade brauchst. Und eines darfst du glauben: Eine riesige Schüssel Salat mit Rohkost ist es nicht.

3. „Ich darf keine Süßigkeiten essen.“

(Wieder: Gute und böse Lebensmittel)

Da ist es wieder, das schwarz-weiße Denken. Süßigkeiten sind schlecht. Nein, sind sie nicht! Lerne, emotionalen Hunger von echtem Hunger zu unterscheiden, wie du wirklich genießt und wann der richtige Zeitpunkt zum Naschen ist. Dann wirst du dir dein Stück Schokolade am Tag mit Genuss erlauben. Übrigens: Es gibt unglaublich leckere Naschereien, die keinen weißen Zucker enthalten und dich trotzdem glücklich machen.

4. „Viel Essen macht dick. Wenig essen macht schlank.“

(Fressattacken vs. Hungern)

Was wäre, wenn du einfach wieder lernst, intuitiv die richtige Menge zu essen, die dir gut tut – ohne ständig in Extreme zu verfallen? Der ayurvedische Trick ist hier: Ernähre dich typgerecht und achte auf die Signale deines Körpers. Du wirst überrascht sein, wie wenig Nahrung du eigentlich brauchst! Denn eine typgerechte und ausgleichende Ernährung für alle Sinne macht dich auch in geringer Menge satt und glücklich. Du wirst dir mit Ayurveda keine Sorgen mehr darüber machen, dass du Unmengen an Essen brauchst, um satt zu werden. Mit ein wenig Übung und Achtsamkeit wirst du dein natürliches Sättigungsgefühl schnell wieder zurückgewinnen.

5. „Wenn ich gesündigt habe, muss ich viel Sport machen oder Fasten.“

(Das Hamsterrad aus schlechtem Gewissen)

Die Krux am Fasten und harten Trainingseinheiten: Du gerätst in einen Strudel aus schlechtem Gewissen und Heißhunger. Ein ewiger Mindfuck-Kreislauf, aus dem du nicht mehr rauskommst. Zu viel essen – Fasten und Sport – Heißhunger – zu viel essen… Hör auf, Essen als Gefahr zu sehen, die deine Attraktivität bedroht. Wenn du durch die passende Ernährung mit einer Portion satt und zufrieden bist, dann kommt kein Gefühl von Reue mehr auf. Mit Ayurveda lernst du, jede Mahlzeit zu genießen und wertzuschätzen. Auch „kleine Sünden“. Das ist okay. Eine starke Verdauung und ein guter Stoffwechsel verzeihen das.

Ich kenne so viele Frauen, die nicht nur einen dieser Glaubenssätze tief in sich sitzen haben. Vielleicht gehörst du auch dazu? Ayurveda hilft dir, diese falschen und hindernden Denkmuster zu überwinden und zu lernen, intuitiv zu essen und wieder auf dein Bauchgefühl vertrauen zu dürfen.

©2020 with love by Linda Gallner.