Vata, Pitta, Kapha: Wann ist es wichtig, deine Grundkonstitution zu kennen?

Wenn du anfängst, Ayurveda in deinen Alltag zu integrieren, dann wirst du schnell feststellen: Ohne Vata, Pitta und Kapha kommst du nicht weit. Es gibt typgerechte Ernährungsempfehlungen im Ayurveda, für jede Konstitution kannst du eine passende Morgenroutine etablieren, ein Vata-Typ braucht mehr Schlaf als ein Kapha-Typ, ein Pitta-Typ darf bloß keinen Hunger kriegen… Ganz klar: Du musst deine Grundkonstitution kennen, um alles richtig zu machen! Ich sage: Nein, musst du nicht. In diesem Blog-Artikel erfährst du, warum Achtsamkeit und Dosha-Wissen für einen gesunden Ayurveda-Lifestyle viel wichtiger sind und wann es wirklich hilfreich ist, deine natürliche Grundkonstitution zu kennen.


Prakriti: Deine individuelle und unveränderbare Grundkonstitution

Die Grundkonstitution (Prakriti) beschreibt das Verhältnis der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha in deinem natürlichen und ausgeglichenen Zustand der Gesundheit. Jeder von uns hat alle drei Doshas in sich – nur in einem individuell unterschiedlichen Verhältnis. Meist dominieren in der Grundkonstitution eines oder zwei Doshas, selten sind in der Grundkonstitution alle drei Doshas zu etwa gleichen Teilen vertreten.

Folgende Konstitutionstypen gibt es:

  • Vata

  • Pitta

  • Kapha

  • Vata-Pitta (oder Pitta-Vata)

  • Pitta-Kapha (oder Kapha-Pitta)

  • Kapha-Vata (oder Vata-Kapha)

  • Tridosha

Wichtig: Das Verhältnis der Doshas in deiner Grundkonstitution ist unveränderbar und wird mit dem Zeitpunkt deiner Zeugung festgelegt. Wenn du in Balance bist, dann lebst du in deiner Natur. Deine Doshas sind entsprechend dem Verhältnis, das in deiner Grundkonstitution angelegt ist, ausgeglichen.


Vikriti: Wenn deine Doshas aus ihrem natürlichen Gleichgewicht kommen

Die Vikriti ist – im Unterschied zur Prakriti – der Zustand, in dem du nicht in deiner natürlichen Balance bist. Eines oder mehrere Doshas sind ausgebüchst und du darfst sie wieder einfangen. Wenn du genau aufpasst und in dich reinhörst, bemerkst du sehr schnell, wenn ein Dosha sich erhöht oder ansammelt. Du hast (dosha-typische) Beschwerden, die dafür sorgen, dass du nicht zu 100 Prozent in deiner Kraft bist und strahlst.


Und jetzt verrate ich dir was: Die allermeisten Menschen sind nicht in ihrer Balance. Sogar die, die total fit sind in Ayurveda! Wieso? Weil die Dosha-Balance ein ganz empfindliches Gleichgewicht ist, das von vielen Faktoren wie deinem Lebensalter, der Jahreszeit, der Tageszeit, deinem weiblichen Zyklus und vielen weiteren äußeren Umständen ständig beeinflusst wird. Deine Aufgabe ist es, Dysbalancen, die durch diese immer wieder wechselnden Bedingungen auftreten können, schnell zu erkennen und auszugleichen. Das ist ein ständiger Balanceakt!


Achtsamkeit und Dosha-Wissen: Die Schlüssel zur Balance

Ob in deiner Grundkonstitution nun Vata, Pitta oder Kapha vorherrscht, ist nicht wichtig, wenn du im Alltag in Balance bleiben möchtest. Denn ob du als Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ ein ausgebüchstes Dosha wieder einfangen willst, ist egal. Die Maßnahmen sind in allen Fällen die gleichen: Vata, Pitta oder Kapha ausgleichen, wenn du bemerkst, dass dieses Dosha erhöht ist. Deshalb ist es viel wichtiger, dass du jeden Tag achtsam in dich hineinhörst und lernst, wie es sich anfühlt, wenn ein bestimmtes Dosha in die Dysbalance gerät. Ein fundiertes Dosha-Wissen hilft dir dabei, wie du dich mit den richtigen Maßnahmen schnell und einfach wieder ausgleichen kannst. Kleiner Tipp: Am leichtesten gerät genau das Dosha aus der Balance, das auch in der Grundkonstitution vorherrscht. Doch Vorsicht: Natürlich kann auch ein Kapha-Typ eine Vata-Störung haben etc.


Deine Grundkonstitution als Mittel zur Selbstfindung und Lebensgestaltung

Wenn du es schaffst, dich im Alltag in Balance zu halten, dann ist es superspannend zu ergründen, welches Dosha oder welche Doshas in deiner Grundkonstitution vorherrschen. Denn deine Grundkonstitution ist dein innerer Kompass für dauerhaftes Glück und Zufriedenheit.

  • Du kannst besser verstehen, warum du so bist, wie du bist.

  • Du erkennst deine Stärken und nimmst deine Schwächen liebevoller an.

  • Du erkennst deine natürlichen Bedürfnisse.

  • Du sorgst dafür, dir einen Alltag und ein Leben zu erschaffen, das deiner Natur und deinen Bedürfnissen entspricht, um glücklich zu sein und von innen heraus zu strahlen.

Deine Grundkonstitution ist also sehr hilfreich, wenn du dich auf die Suche nach deinem inneren Glück und Wesenskern begibst. Natürlich spielen viele andere äußere Faktoren auch eine Rolle dabei. Deine Grundkonstitution gibt dir schöne erste Anhaltspunkte auf dem Weg zu dir selbst.

Kostenloser Dosha-Test: Was er kann und was nicht

Es gibt viele kostenlose Dosha-Tests im Internet. Sie können dir ungefähr Aufschluss über deine aktuelle Konstitution geben und damit einen Hinweis, welches Dosha du momentan ausgleichen darfst. Oft stellst du aber fest, dass unterschiedliche Tests unterschiedliche Ergebnisse ausspucken oder bei dir mehrere Doshas zu ähnlichen Teilen herauskommen. Das verwirrt dich vielleicht eher, als dass es dir nützt. Kostenlose Dosha-Tests fragen (meist unsystematisch) nur einen Bruchteil der Punkte ab, die für eine professionelle Dosha-Bestimmung notwendig sind. Du hast außerdem für dich selbst wenig oder keine Erfahrung und kannst auch nicht so gut Vergleiche anstellen und gezielt hinterfragen wie ein Profi. Selbst wenn du einen guten Dosha-Test erwischst, mit dessen Ergebnis du etwas anfangen kannst: Weißt du dann auch, welche Maßnahmen zum Ausgleich wirklich sinnvoll sind und wo diene größten Stellhebel für mehr Gesundheit und Wohlbefinden liegen?


Mein Tipp für den Anfang: Übe dich in Achtsamkeit

Wenn du mit Ayurveda anfangen möchtest, empfehle ich dir, achtsam auf deine Körpersignale zu hören. Spüre in dich hinein: Wie fühlst du dich heute? Hast du Beschwerden? Geht es dir richtig gut? Was kannst du tun, damit es dir noch besser geht? Probier dich aus und gib Körper, Geist und Seele, was du heute oder jetzt im Moment gerade brauchst. Beobachte, welches Essen, welche Beschäftigung, welche Umstände dafür sorgen, dass es dir gut geht und welche nicht. So wirst du Schritt für Schritt erkennen, was du in welchen Situationen brauchst und was dir wirklich guttut.


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