Vata, Pitta und Kapha – Wie erkenne ich, welches Dosha im Ungleichgewicht ist?

Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha verleihen uns nicht nur unsere individuelle Konstitution, sie steuern als energetische Wirkprinzipien auch alle natürlichen Prozesse. Wenn du gesund und in Balance bist, dann stehen Vata, Pitta und Kapha in einem dynamischen Gleichgewicht zueinander (gemäß deiner Konstitution). Deine Körperfunktionen laufen reibungslos ab. Du fühlst dich gesund und du fühlst dich wohl. Mit Achtsamkeit und etwas Übung kannst du sehr schnell wahrnehmen, wenn eines oder mehrere Doshas aus der Balance geraten. Je früher, desto besser! Denn Dysbalancen führen dazu, dass du nicht in deiner Kraft bist und können auf lange Sicht zu Krankheiten führen. In diesem Blog-Artikel erfährst du, wie du ein Ungleichgewicht der Doshas frühzeitig erkennst und wie sich ein zu viel an Vata, Pitta oder Kapha körperlich und auf der mentalen Ebene äußern kann.

Verdauung: Dein Agni liefert dir erste Anzeichen

Es lohnt sich, dein Verdauungsfeuer gut zu beobachten: Wie schnell verdaust du? Wie viel Hunger und Durst hast du? Wie sieht dein Stuhl aus? Das liefert dir recht zuverlässig und schnell erste Hinweise darauf, wie aktiv die einzelnen Doshas sind.

Vata: unregelmäßiges Verdauungsfeuer

Vata erkennst du an einer unregelmäßigen Verdauung mit schwankendem Verdauungsfeuer. Vielleicht vergisst du manchmal sogar zu essen, hast dann aber wieder großen Hunger? Im Ungleichgewicht liegen dir große Portionen schwer im Magen und führen zu Völlegefühl, lauten Darmgeräuschen und Blähungen. Dein Stuhlgang ist eher unregelmäßig, du neigst zu Verstopfung und hartem, trockenen Stuhl.


Pitta: starkes Feuer, großer Hunger

Pitta erkennst du daran, dass du schon morgens, mittags und auch abends großen Hunger hast und auch große Portionen verträgst. Du hast nach einer Mahlzeit auch relativ schnell wieder richtig Hunger, weil dein Verdauungsfeuer recht stark ist. Und wehe, du bekommst dann nicht schleunigst was zu Essen! Im Ungleichgewicht zeigt sich übermäßiges Pitta im Verdauungstrakt in Form von Durchfall, saurem Aufstoßen oder Sodbrennen.

Kapha: langsam, aber stetig

Kapha erkennst du an einer langsamen, aber stetigen Verdauung. Oft reichen dir zwei Mahlzeiten am Tag und du kannst auch über längere Zeit ohne Essen gut auskommen. Dein Appetit ist mäßig, aber du genießt gerne ein gutes Essen. Im Ungleichgewicht nimmst du auch bei wenig Nahrungsaufnahme schnell an Gewicht zu. Völlegfühl und Übelkeit nach dem Essen treten auf und du hast zunehmend wenig Appetit.

Wie Dosha-Dysbalancen sich auf deinen Geist auswirken

Körper und Geist sind eins. So ist es nur logisch, dass du ein Ungleichgewicht der Doshas auch auf der psychischen Ebene wahrnehmen kannst. Wenn du ein gutes Feingefühl hast, bemerkst du Veränderungen im Geist sogar schon vor den ersten körperlichen Anzeichen!

Vata führt im Ungleichgewicht auf der mentalen Ebene zu Nervosität, Hibbeligkeit, Unruhe, Sorgen und Ängsten (Gedankenkarussell).

Pitta macht sich in Übermaß durch (übertriebenen) Ehrgeiz, Kritik, Neid, Missgunst, Ungeduld, Wut und Aggressivität bemerkbar.

Kapha in Dysbalance führt zu Trägheit, Lethargie, Müdigkeit, Schwäche bis hin zu Depression.

Die Folge von Dosha-Dysbalancen: Alltagsbeschwerden und Krankheiten

Wenn eines oder mehrere Doshas über längere Zeit nicht im dynamischen Gleichgewicht ist und keine ausgleichenden Maßnahmen erfolgen, treten zunächst (Alltags-)Beschwerden auf. Bring dich spätestens dann wieder selbst in deine Balance, denn in weiterer Folge können sich Beschwerden zu (chronischen) Krankheiten weiterentwickeln.


WICHTIG: Solltest du Beschwerden haben, die über einen längeren Zeitraum anhalten und die du trotz ausgleichende Maßnahmen selbst nicht in den Griff bekommst, suche bitte unbedingt rechtzeitig einen Arzt auf!

Das sind typische Alltagsbeschwerden, die ein Ungleichgewicht eines bestimmten Doshas auf körperlicher Ebene hervorrufen kann:


Vata:

  • Schlafstörungen

  • Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen

  • trockene Haut und Schleimhaut

  • Verstopfung

  • Blähungen, Krämpfe

  • Herzrhythmusstörungen

  • Kribbeln, Lähmungen, Zittern

Pitta:

  • Entzündungen der Gelenke

  • Hautentzündungen

  • Hitze, Brennen, Schwitzen

  • Durchfälle

  • Haarausfall

  • Störungen der Leber und Galle

Kapha:

  • übermäßige Schleimbildung

  • Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten

  • Allergien

  • Diabetes

  • Übergewicht

  • hohe Blutfettwerte

  • Wasseransammlungen

Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit

Um Dysbalancen frühzeitig zu erkennen ist es wichtig, dass du Körper und Geist gut beobachtest. Nur, wenn dir überhaupt auffällt, dass du nicht ganz in Balance bist, kannst du frühzeitig gegensteuern. Und je früher du ausgleichende Maßnahmen ergreifst, desto einfacher und schneller kannst du dich wieder in Balance bringen und bleibst gesund. Sei dir bewusst: Du hast es in der Hand. Es liegt an dir, deinen Körper und Geist gut zu beobachten und dir das zu geben, was du wirklich brauchst, um deine Doshas in Balance zu halten. Nimm deine Gesundheit selbst in die Hand! Jeden Tag!

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